Mittwoch, 19. Dezember 2007

Krank in Paris....


War ja klar, oder? Kaum auf dem Weg Richtung Heimat, haut´s mich noch mal ordendlich hin und die wohlbekannte Nasen-Nebenhöhlen-Symtomatik läßt mich im Rotz mit Dröhnschädel beim Flug von Kairo nach Paris, die Nachteile der nicht mehr vorhandenen Fähigkeit des Druckausgleiches an den eigenen Ohren spüren.Man stirbt...naja fast, zumindest die Ohren oder das Trommelfell oder beides, eigendlich auch komplett egal, man hofft nur noch, daß der Vogel möglichst sacht aber dennoch zügig an Höhe verliert, bevor die körpereigenen Satelitenschüsseln sich von fest in flüssig verwandeln und explodieren.....
Und dabei hatte doch alles so gut angefangen.Nach einigem hin und her hatte ich mich dann doch dagegen entschieden Yallah auf gut Glück mit nach Frankfurt zu bringen, da ich immer noch nicht weiß, wann und vorallem wo ich die Familie nach meinem Urlaub wieder treffen werde. Denn einen Hund zurück nach Saudi zu befördern ist genauso verboten wie ein Schwein und da keiner meiner Lieben daheim besonders scharf auf das Pinkelwiesel als Dauergast gewesen wären, muß der Wau eben mit dem Mobs der ältesten Tochter des Cheffes vorlieb nehmen.Na vielleicht streßfreier für uns beide.
Voll bepackt ging es dann wie immer erst mal nach Kairo.Mittlerweile wissen die beim Roomservice im Hotel schon meinen Namen und meine Bestellungen aus dem "ff", aber wen wunderts.Kairo gefällt mir auch von mal zu mal besser, weiß nicht genau woran das liegt, aber meine anfängliche Abneigung ist fast komplett verschwunden.Auf jeden Fall kam ich endlich zu dem Vergnügen, einen der fantastischen Märkte zu besuchen, die mit ihrer Farbenpracht und den tausend verschiedenen Gerüchen einfach sensationell sind.Und feilschen kann man, was das Zeug hält....ein Paradies!Einer der Verkäufer lud uns dann noch zu Tee und einer Besichtigung seiner Werkstätten ein und das war wirklich interessant.Leider hatte ich meine Kamera an diesem Tag nicht dabei, und kann mich jetzt in den Hintern beißen, allerdings ist das ein Grund wieder zu kommen.Was hier auch ganz weit verbreitet ist, ist die Vergabe von Visitenkarten, da kann der Mensch noch so ein kleines Geschäftchen haben, haste irgendwas bei ihm gekauft, kriegste die Karte in die Hand gedrückt und kannst jederzeit anrufen.Lustig irgendwie.
Auch bin ich bei diesem mal Kairo nur ganz knapp an der Besichtigung der Pyramieden vorbei geschrappt-jawohl, eigendlich war schon alles ausgemacht und ich saß schon fast im Auto, aber aus unbekannten Gründen werde ich wohl 2008 einen neuen Versuch starten müssen.Eigendlich kein guter Schnitt:8 mal in Kairo und keine Pyramieden.....irgendwie peinlich.
Ja und jetzt weile ich in Paris und hab nicht viel davon, weil weder das Essen richtig gut munden will noch meine generelle Verfassung mich vor die Tür zieht....aber lieber jetzt krank im 5- Sterne Hotel als in meinem Urlaub in Frankfurt.

Montag, 10. Dezember 2007

Advent


Es graut die Nacht die Sternlein blinken
Schneeflocken leis hernieder sinken
Auf Edeltännlein zu grünen Wipfel
häuft sich ein kleiner weißer Zipfel
Nur dort vom Fenster her durchbricht
des dunklen Tann ein warmes Licht

Im Forsthaus kniet zu Kerzenschimmer
die Försterin im Herrenzimmer
In dieser wunderschönen Nacht
hat sie den Förster umgebracht
Er war ihr bei der Leibespflege
seit langer Zeit schon sehr im Wege
So kam sie mit sich über ein
am Niklausabend muß es sein

Und als das Häslein ging zur Ruh
Das Rehlein tat die Augen zu
Erlegte sie direkt von vorn
den Gatten über Kinn und Korn
Vom Knall geweckt rümpft nur der Hase
zwei,drei,vier mal die Schnuppernase
und ruht weiter süß im Dunkeln
derweil die Sternlein traulich funkeln

Und in der guten Stube drinnen
da läuft des Försters Blut von innen
Nun muß die Försterin sich eilen
den Gatten sauber zu zerteilen
Schnell hat sie ihn bis auf die Knochen
nach weidmanns Sitte aufgebrochen
Voll sorgfallt legt sie Glied auf Glied
was der Gemahl bis her vermied
Behält ein Stück Filet zurück
als festtägliches Bratenstück
Und teilt zum Schluß
es geht auf vier
die Reste in Geschenkpapier

Jetzt tönts von fern wie Silberschellen
im Dorfe hört man Hunde bellen
Wer ist´s der in so später Nacht
im Schnee noch seine Runde macht
Knecht Ruprecht ist´s mit goldnem Schlitten
auf einem Hirsch heran geritten
"He Junge Frau habt ihr noch Sachen
die armen Menschen Freude machen?"

Des Försters Haus ist tief verschneit
doch seine Frau steht schon bereit
"Die sechs Packete heilger Mann
das ist alles was ich geben kann"
Die Silbeschellen klingen leise
Knecht Ruprecht macht sich auf die Reise
Im Forsthaus eine Kerze brennt
ein Sternlein blinkt
es ist Advent

Loriot

Huch, schon Dezember!


...ups wohl tatsächlich verschlafen....es ist aber auch ein Kreuz mit dem Alkoholkonsum, hier in diesem Lande...hastes nicht gesehen , liegste platt, alle Viere von dir gestreckt auf gelben Kreisen und läßt Allah mal nen guten Mann sein.Eigendlich beschreibt dieses Bild genau, was in den letzten Tagen hier so los war.....nämlich tote Hose-oder besser toter Hund.Trotzdem habe ich mit Schrecken festgestellt, daß der letzte Blog wirklich schon ein wenig her ist...daher Schande über mich und die Besserung folgt auf dem Fuße.
Aber trotz alle dem, verrinnt die Zeit hier, wie in einer Sanduhr und jetzt ist es schon Dezember, was sich bei den Temperaturen kaum vorstellen läßt.Also ist es kein Wunder, daß Weihnachtsstimmung eher nicht aufkommen will und ehrlich gesagt ein Tannenbaum zwischen all den Palmen ziemlich verloren wirken würde.Also ran an die selfs-made-Weihnachtsstimmung:Man nehme ein bißchen Pappe, Alufolie und vier Teelichter,schneide einen Stern aus der Pappe herraus und umklebe ihn mit Alufolie.So dann befestige man die vier Teelichter gleichmäßig auf den aluminierten Stern und fertig ist der 100% nadelfreie Adventskranz.Und damit nicht genug, denn auch das Plätzchenbaken konnte ich mir nicht verkneifen und wagte mich an Linzer Halbmonde heran.Resultat: Der Teig glich einem Butterplätzchenteig und die fertigen Köstlichkeiten erinnerten eher an Vanillekipferln wobei sie vorzüglich auf der Zunge zergingen und eigendlich nur das traditionelle Bier als Süßkompensator gefehlt hatte.Zu guter letzt fehlte natürlich noch das Weihnachtslied schlecht hin und bei der letzten Karaokesession durfte :"Last chrismas I gave you my ......" nicht fehlen.
Meine Schuhe hatte ich auch wie es sich gehört, am Abend zum 6.12 herausgestellt und wartete geduldig,auf das Füllungsritual.Allerdings vergebens, offensichtlich hat´s der Nikolausi nicht bis hierher geschafft oder mein lieber Hund konnte nicht ansich halten und hat meine Schuhe weggeschleppt und aufgefressen, was wahrscheinlich der Wahrheit entspricht:Keine Schuhe=keine Schocki (noch nicht ma Äpfel,Nuß und Mandelkern.....)
Nur in Kairo hatten sie es etwas gemütlich gemacht und in der Hotellobby einen Baum aufgestellt...sah lustig aus,zwischen Pyramieden und Sphinxen, wobei, kamen die drei heiligen Könige nicht auch auf Kamelen dahergeritten-dann paßts ja wieder.
Zum Glück muß ich auf keinem Kamel nach hause reiten, allerdings steht noch nicht fest,aus welchem Land ich denn nach hause fliege, denn das wird gerade im Hause des Cheffes heiß diskutiert: Ägypten, Deutschland oder doch lieber Weihnachten in Paris? Also wenn es nach mir ginge, so ein paar Tage Paris im Winter.....

Freitag, 23. November 2007

Sandmänchen im Schlafanzug-Land

Nach mitlerweile zwei Monaten in Saudi Arabien und mit dem Gefühl nicht zu wissen, an was mich dieses Land mit seiner traditionellen Kleidung und des geduldigen Chaoses erinnert, ist es mir gestern wie Schuppen von den Augen gefallen, als mir der Cheffe in seinem weißen Gewand, gähnend entgegen kam: Ich bin im Land der Schlafanzüge! Irgendwie sehen die Männer ja nicht wirklich schlecht, aber auch nicht wirklich gut in ihren Kitteln aus, eher gemütlich, als ob sie eben gerade aus dem Bette gesprungen wären. Und wenn man dann noch den oft schlendernden Gang und die sich in Grenzen haltende Eile dazu nimmt, ist die Assoziation perfekt.Daher wundert man sich auch nicht, daß die durchschnittliche Arbeitszeit eines Saudis, laut einer Umfragestatistik, grade mal 27,5 Minuten beträgt, was der Cheffe augenzwinkert mit dem fünfmaligen Beten und des andauernden , traditionellen gemeinsammen Kaffeetrinkens begründete.Daher kam es auch nicht von ungefähr, daß ich gute vier Monate auf die Fertigstellung meines Arbeitsvertrages warten mußte.Jetzt habe ich ihn zumindest schon mal in Händen gehalten und unterschrieben, wahrscheinlich braucht es jetzt noch mal vier Monate, bis ich die Kopie erhalte.Allerdings was lange währt, wird endlich gut und über die Konditionen kann ich auf keinen Fall meckern.
Außerdem, um mir den arabien way of life noch näher zu bringen, kam der Cheffe vor ein paar Wochen auf die fantastische Idee mir jeden Abend kulinarische Spezialitäten aus der arabischen Küche zu servieren und ihm am nächsten Tag Bericht über gut oder schlecht zu erstatten.Sehr süß oder.Aber ich sag´s euch, sehr,sehr deftig und schwer die Speisen.Köstlich ,aber da wunderts mich nicht,daß die meisten hier mit nem anständigen Ranzen durch die Gegend laufen.Naja, wir ham´s vom Bier und hier wird eben mit Öl kompensiert.
Ansonsten muß ich mir mal kurz selbst auf die Schulter klopfen, denn der Cheffe machte mir ein reizendes Kompliment, indem er mir prozentual vor rechnete, in wie weit sich seine körperliche Leistungen verbessert hätte und wir eine Steigerung von 25% zusammen erziehlt hätten.Er liebt Prozente und mist alles in Prozent.Aber was will man mehr und sowas läßt mein Therapeutenherz natürlich mindestens 25% höher schlagen.
Und bevor ich es vergesse, ich komme über Weihnachten und Sylvester nach Frankfurt und freu mich soooooooo.Der 21 Dezember wirds werden und ich hoffe natürlich möglichst viele von euch zu treffen , Äppler zu trinken, tanzen zu gehen, Doko zu spielen, Auto zu fahren, Omas bestes Gularsch zu essen und anständiges Brot zwischen die Zähne zu bekommen.....ups wenn ich mr das noch mal genau durch lese, will ich eigendlich nur essen und trinken, also fast das gleiche wie hier....obwohl, ihr seid dann mit dabei und das wird schön!

Samstag, 10. November 2007

Feiern wie in 1001 Nacht

Wenn die Garage und der Indoorpool tagelang gespert sind, und geputz, dekoriert und aufgeräumt wird, neuer Teppich verlegt ,die Wände verkleidet werden, eine komplette Sound-und Licht-Anlage insterliert wird, in der Küche Nächte lang an den raffiniertesten Köstlichkeiten gewerkelt wird, der Weg zum Eingang mit Persern geflastert wird....dann...., ja dann wird im Königreich gefeiert. Unsereins würde einen größeren Anlaß vermuten, z.B einen runden Geburtstag des Cheffes oder sogar eine Hochzeit.Weit gefehlt, denn der Grund des fleißigen Werkelns ist schlicht und einfach eine just-for-fun-party der 17jährigen Tochter, die mit ihren Teeni-Freundinnen mal richtig die Sau-di(e) rauslassen möchte.Nichts dagegen einzuwänden, denn Disco´s sind böse und daher verboten und so ist es eben an den Herrschaften selbst (oder eher an den Angestellten) die Discokugel in die Hand zu nehmen und einen eigenen Tanztempel zu kreieren.Dennoch leicht befremdlich, wenn die Räumlichkeit später eher an die Aftershowparty der Oscarverleihung erinnert, als an eine Teeniparty, wo kurioserweise nur Mädels erwünscht und Jungs schlicht und einfach nicht erlaubt sind.Wie langweilig für die armen jungen Damen in diesem Alter, oder? Kann einem schon leid tun, noch dazu wenn man weiß, daß im heiligen Mekka Männlein und Weiblein gar gemischt die heilige Moschee betreten dürfen aber auf einer Privatparty das streng verboten ist. Und wieder einmal steht man kopfschüttelnd neben dem Schockoladenbrunnen, hält versonnen eine Erdbeere in die süßen Fluten und fragt sich ob dieses Land tatsächlich schon im 21ten Jahrhundert angekommen ist.Scheinbar doch, den Punkt 0 Uhr erreichten die ersten Luxusschlitten den roten Perserteppich und herraus stiegen krass zurechtgemachte Mädels, die zweifelsohne hervorragend mit ihren Outfits in die Empfangseventatmosphäre passten. Welt der Extreme, aber gegen das Bufette ist definitiv nix zu sagen. Und während im Hintergrund ca. zwanzig Angestellte sich um das leibliche Wohl der Gäste sorgten wurde ordentlich auf der Tanzfläche bis zu den frühen Morgenstunden gerockt.Ehrlich gesagt,für mein Geschmack war das leicht übertrieben und selbst der Cheffe hat geschluckt, als er die Rechnung unterschreiben sollte...Na den Mädels hat´s gefallen und das ist ja auch die Hauptsache.Trotzdem, da lob ich mit nen Hunni für Chilli und ein paar Kästen Bier und gut ist´s-wobei so ein Schockobrunnen....und diese Früchtepyramiede, ob ich auf die noch mal vezichten kann?

Donnerstag, 25. Oktober 2007


Nach zwei Wochen Aufenthalt in Kairo, um nach dem Cheffe, den ach so tristen Ramadan in Saudi zu entfliehen, (O-Ton:"Eva, wir müssen unbedingt aus diesem Land raus!"), sah dieser für mich eher langweilig aus und neben frühstücken, arbeiten und die öftere vorsichtige Nachfrage von einigen Hotelangestellten, ob ich den verheiratet sei, mit "ja, selbstverständlich", zu beantworten, ist der einzigepositive Effekt jener gewesen, mich tatsächlich jeden Tag ins Fitnesscenter zu begeben, um meine überschüssige Energie auf dem Laufband zu entladen.Die Mutation zum Hamster ist fast perfekt-aber sei´s drum, zumindest habe ich einen Teil meiner Vorsätze hiermit erfüllt und bin dem "Lotterleben" ein Stück, im wahrsten Sinne des Wortes, davon gerannt.
Zurück in Riad wurde ich unterdessen von meinen lieben Mitbewohnern, Ameise, Kackalake (und ich bleibe dabei-sind einfach Kack-Viehcher!) und Co. begrüßt, die fröhlich in meiner Bude ne Party feierten und ich daraufhin jede Hemmung verlor, und meinen Teil zum munteren Geschehen in Form von synthetischen Partydrogen aus der Dose beisteuerte und ....hups....nach und nach den ein oder anderen Gast ins Insektennirvana beförderte.Erst später wurde ich aufgeklährt, daß es unbedingt von Nöten ist, vor Verlassen der eigenen vier Wände, diese mit einer Wolke Insektenspray zu versehen, um eben solche, soeben erlebte hübsche Überraschungen zu vermeiden.Fein das nächste mal weiß ich bescheid und daher flux zu erfreulichen und gewünschten neuen Mitbewohnern.Denn endlich ist Yallah eingezogen.Frisch geimpft und gechipt, wohnt dieser lustige kleine Kerl seit gestern hier und hat sich seinen Spitznahmen "Pipiratte" mit sieben Attacken auf meinen Teppich retlich verdient.Aber kann man so einem süßen Knäul böse sein?
Jetzt habe ich zumindest alle Hände voll zutun, ihn stubenrein zu kriegen und neben bereits angenagter Schuhe, Stühle und Teppiche, macht er sich nicht mal schlecht.Und wer weiß, vielleicht wird er noch mal ein ganz großer Kackalaken-Terminator.