Nach mitlerweile zwei Monaten in Saudi Arabien und mit dem Gefühl nicht zu wissen, an was mich dieses Land mit seiner traditionellen Kleidung und des geduldigen Chaoses erinnert, ist es mir gestern wie Schuppen von den Augen gefallen, als mir der Cheffe in seinem weißen Gewand, gähnend entgegen kam: Ich bin im Land der Schlafanzüge! Irgendwie sehen die Männer ja nicht wirklich schlecht, aber auch nicht wirklich gut in ihren Kitteln aus, eher gemütlich, als ob sie eben gerade aus dem Bette gesprungen wären. Und wenn man dann noch den oft schlendernden Gang und die sich in Grenzen haltende Eile dazu nimmt, ist die Assoziation perfekt.Daher wundert man sich auch nicht, daß die durchschnittliche Arbeitszeit eines Saudis, laut einer Umfragestatistik, grade mal 27,5 Minuten beträgt, was der Cheffe augenzwinkert mit dem fünfmaligen Beten und des andauernden , traditionellen gemeinsammen Kaffeetrinkens begründete.Daher kam es auch nicht von ungefähr, daß ich gute vier Monate auf die Fertigstellung meines Arbeitsvertrages warten mußte.Jetzt habe ich ihn zumindest schon mal in Händen gehalten und unterschrieben, wahrscheinlich braucht es jetzt noch mal vier Monate, bis ich die Kopie erhalte.Allerdings was lange währt, wird endlich gut und über die Konditionen kann ich auf keinen Fall meckern.
Außerdem, um mir den arabien way of life noch näher zu bringen, kam der Cheffe vor ein paar Wochen auf die fantastische Idee mir jeden Abend kulinarische Spezialitäten aus der arabischen Küche zu servieren und ihm am nächsten Tag Bericht über gut oder schlecht zu erstatten.Sehr süß oder.Aber ich sag´s euch, sehr,sehr deftig und schwer die Speisen.Köstlich ,aber da wunderts mich nicht,daß die meisten hier mit nem anständigen Ranzen durch die Gegend laufen.Naja, wir ham´s vom Bier und hier wird eben mit Öl kompensiert.
Ansonsten muß ich mir mal kurz selbst auf die Schulter klopfen, denn der Cheffe machte mir ein reizendes Kompliment, indem er mir prozentual vor rechnete, in wie weit sich seine körperliche Leistungen verbessert hätte und wir eine Steigerung von 25% zusammen erziehlt hätten.Er liebt Prozente und mist alles in Prozent.Aber was will man mehr und sowas läßt mein Therapeutenherz natürlich mindestens 25% höher schlagen.
Und bevor ich es vergesse, ich komme über Weihnachten und Sylvester nach Frankfurt und freu mich soooooooo.Der 21 Dezember wirds werden und ich hoffe natürlich möglichst viele von euch zu treffen , Äppler zu trinken, tanzen zu gehen, Doko zu spielen, Auto zu fahren, Omas bestes Gularsch zu essen und anständiges Brot zwischen die Zähne zu bekommen.....ups wenn ich mr das noch mal genau durch lese, will ich eigendlich nur essen und trinken, also fast das gleiche wie hier....obwohl, ihr seid dann mit dabei und das wird schön!
Freitag, 23. November 2007
Montag, 19. November 2007
Samstag, 10. November 2007
Feiern wie in 1001 Nacht
Wenn die Garage und der Indoorpool tagelang gespert sind, und geputz, dekoriert und aufgeräumt wird, neuer Teppich verlegt ,die Wände verkleidet werden, eine komplette Sound-und Licht-Anlage insterliert wird, in der Küche Nächte lang an den raffiniertesten Köstlichkeiten gewerkelt wird, der Weg zum Eingang mit Persern geflastert wird....dann...., ja dann wird im Königreich gefeiert. Unsereins würde einen größeren Anlaß vermuten, z.B einen runden Geburtstag des Cheffes oder sogar eine Hochzeit.Weit gefehlt, denn der Grund des fleißigen Werkelns ist schlicht und einfach eine just-for-fun-party der 17jährigen Tochter, die mit ihren Teeni-Freundinnen mal richtig die Sau-di(e) rauslassen möchte.Nichts dagegen einzuwänden, denn Disco´s sind böse und daher verboten und so ist es eben an den Herrschaften selbst (oder eher an den Angestellten) die Discokugel in die Hand zu nehmen und einen eigenen Tanztempel zu kreieren.Dennoch leicht befremdlich, wenn die Räumlichkeit später eher an die Aftershowparty der Oscarverleihung erinnert, als an eine Teeniparty, wo kurioserweise nur Mädels erwünscht und Jungs schlicht und einfach nicht erlaubt sind.Wie langweilig für die armen jungen Damen in diesem Alter, oder? Kann einem schon leid tun, noch dazu wenn man weiß, daß im heiligen Mekka Männlein und Weiblein gar gemischt die heilige Moschee betreten dürfen aber auf einer Privatparty das streng verboten ist. Und wieder einmal steht man kopfschüttelnd neben dem Schockoladenbrunnen, hält versonnen eine Erdbeere in die süßen Fluten und fragt sich ob dieses Land tatsächlich schon im 21ten Jahrhundert angekommen ist.Scheinbar doch, den Punkt 0 Uhr erreichten die ersten Luxusschlitten den roten Perserteppich und herraus stiegen krass zurechtgemachte Mädels, die zweifelsohne hervorragend mit ihren Outfits in die Empfangseventatmosphäre passten. Welt der Extreme, aber gegen das Bufette ist definitiv nix zu sagen. Und während im Hintergrund ca. zwanzig Angestellte sich um das leibliche Wohl der Gäste sorgten wurde ordentlich auf der Tanzfläche bis zu den frühen Morgenstunden gerockt.Ehrlich gesagt,für mein Geschmack war das leicht übertrieben und selbst der Cheffe hat geschluckt, als er die Rechnung unterschreiben sollte...Na den Mädels hat´s gefallen und das ist ja auch die Hauptsache.Trotzdem, da lob ich mit nen Hunni für Chilli und ein paar Kästen Bier und gut ist´s-wobei so ein Schockobrunnen....und diese Früchtepyramiede, ob ich auf die noch mal vezichten kann?
Donnerstag, 25. Oktober 2007

Nach zwei Wochen Aufenthalt in Kairo, um nach dem Cheffe, den ach so tristen Ramadan in Saudi zu entfliehen, (O-Ton:"Eva, wir müssen unbedingt aus diesem Land raus!"), sah dieser für mich eher langweilig aus und neben frühstücken, arbeiten und die öftere vorsichtige Nachfrage von einigen Hotelangestellten, ob ich den verheiratet sei, mit "ja, selbstverständlich", zu beantworten, ist der einzigepositive Effekt jener gewesen, mich tatsächlich jeden Tag ins Fitnesscenter zu begeben, um meine überschüssige Energie auf dem Laufband zu entladen.Die Mutation zum Hamster ist fast perfekt-aber sei´s drum, zumindest habe ich einen Teil meiner Vorsätze hiermit erfüllt und bin dem "Lotterleben" ein Stück, im wahrsten Sinne des Wortes, davon gerannt.
Zurück in Riad wurde ich unterdessen von meinen lieben Mitbewohnern, Ameise, Kackalake (und ich bleibe dabei-sind einfach Kack-Viehcher!) und Co. begrüßt, die fröhlich in meiner Bude ne Party feierten und ich daraufhin jede Hemmung verlor, und meinen Teil zum munteren Geschehen in Form von synthetischen Partydrogen aus der Dose beisteuerte und ....hups....nach und nach den ein oder anderen Gast ins Insektennirvana beförderte.Erst später wurde ich aufgeklährt, daß es unbedingt von Nöten ist, vor Verlassen der eigenen vier Wände, diese mit einer Wolke Insektenspray zu versehen, um eben solche, soeben erlebte hübsche Überraschungen zu vermeiden.Fein das nächste mal weiß ich bescheid und daher flux zu erfreulichen und gewünschten neuen Mitbewohnern.Denn endlich ist Yallah eingezogen.Frisch geimpft und gechipt, wohnt dieser lustige kleine Kerl seit gestern hier und hat sich seinen Spitznahmen "Pipiratte" mit sieben Attacken auf meinen Teppich retlich verdient.Aber kann man so einem süßen Knäul böse sein?
Jetzt habe ich zumindest alle Hände voll zutun, ihn stubenrein zu kriegen und neben bereits angenagter Schuhe, Stühle und Teppiche, macht er sich nicht mal schlecht.Und wer weiß, vielleicht wird er noch mal ein ganz großer Kackalaken-Terminator.
Donnerstag, 18. Oktober 2007
Time to say good bye!
Wärend ich gerade mal wieder in Kairo weile, ging es derweil in Frankfurt hoch her.Genau genommen hoch oben im vierten Stock, denn mein Zimmer in der WG ist neu vermietet worden und so mußte mein Zeug raus.Und da die telephatischen Kräfte nicht ausreichten, mußte ich auf physische, in Form von dem besten Bruder und den besten Freunden der Welt zurück greifen, die ohne Murren (naja fast) aber dafür mit Aussicht auf lebenslanger Massage, am Samstag für mich umgezogen sind.Und wie das natürlich so ist, sammelt sich im Lauf der Jahre doch mehr Kram an, als gedacht und so wurde bis in die Dämmerung gewerkelt und geschleppten, bis alle meine Sachen bei meinem Papa im Keller unter Dach und Fach waren.Zitat meines Papa´s: "Jetzt ham war keinen Platz mehr und ich muß mit der Oma in einem Bettchen schlafen!"
Ein bißchen traurig bin ich jetzt aber schon, denn mit der WG verbinde ich so viele schöne und lustige Erinnerungen, daß es schon ein komisches Gefühl ist, die Höhenstr.-Ära als beendet zu betrachten. Außerdem frage ich mich, ob es möglich ist jemals wieder in einer Gegend mit so hoher Trinkhallendichte zu wohnen.Ob der Hussain auch ein bißchen traurig ist?
Aber außer sentimental bin ich vorallem extrem dankbar, daß ihr meine lieben Helferlein das alles für mich organiseirt habt und ich hoffe ihr könnt euch vorstellen wie gerne ich dabei gewesen wäre und euch geholfen hätte.Darum noch mal meinen HERZLICHSTEN DANK an Steffen,Anke,Anja,Martin,Maren,Axel,Martin W. und Loisel....wobei,der hat ja eigendlich nur ins Auto gekotzt!
Freitag, 12. Oktober 2007
Brennend heißer Wüstensand...
Endlich,nach ein paar Wochen im heimelichen Eigenheim, hatte ich mit den beiden Diätköchen aus der guten, alten Heimat, das Vergnügen, eine kleine Sightseeingtour durch Riad und Umgebung zu machen.Chaotisch wie immer, begann der Tag auch sogleich,da mal wieder keiner einen Plan hatte,wer , wo und wann abgeholt werden sollte. Aber zu guter Letzt und nach einigem hin und her telefonieren saßen wir dann glücklich alle im gleichen Auto und das Specktakel konnte beginnen.
Hoch motiviert und mit Foto und Kamera bewaffnet ging es erst mal Richtung Altstadt, um einige altertümliche Bauwerke zu bestaunen und den Flaire der alten arabischen Welt uns um die Nase wehen zu lassen.
Und so verrenketen wir unsere Hälse und tatsächlich tauchte aus dem Nichts, aus Lehm erbaute Mauern auf und ein Schild Richting Touri-Bus-Parkplatz wieß uns den Weg.Welche Touris...?
Egal, wir waren die einzigen, was nicht wirklich erstaunte.Allerdings wirkte die ganze Umgebung doch recht verlassen , und nur ein kleines ,wild gestikulierendes Männlein trat aus seinem Kabuff hervor und erklährte uns denn noch sehr freundlich, hier werde noch gebaut und restauriert und wenn es uns nichts aus mache , sollen wir bitte in drei Jahren zur Eröffnung wieder vorbei schauen.Soso in drei Jahren also...(Panne Nr.1)
Naja, meinte unser Fahrer, dann fahren wir eben in die Wüste, ist eh viel schöner und inschallah werden wir auch Kamele sehen.Gesagt , gesehen!Jede Menge sogar in allen Farben und Größen. Die sehen ja wirklich total witzig aus und sind rießig! Und endlich habe ich einen wichtigen Punkt auf meiner Liste abhaken können: Einem Kamel über die Nase streicheln und einem Schwarzen noch dazu.Wußte gar nicht, daß es die in schwarz gibt...obwohl, ist wahrscheinlich die Frauenausgabe: Gleich und Gleich gesellt sich gern.Nachdem ich mich dann endlich losreißen konnte ging es weiter zur nächsten geplanten "Sehenswürdigkeit" bei der wir allerdings auf die Wiedereröffnung in zwei Monate vertöstet wurden und bei der Nachfrage, warum in unwissende Gesichter blickten.(Panne Nr. 2) Kopfschüttelnd und dabei feststellend, daß man sich hier besser über gar nichts mehr wundern sollte, fuhren wir an eine Wüstenfarm vorbei, wo Kamele, Schafe und Ziegen ihr Dasein fristen und ein einsamer Farmer in einem kleinen Zelt, wie man es aus alten Filmen kennt, lebt.Und wie es im Land der Wüstenschiffe traditionell üblich ist, läd man sich geschwind auf ein Tässchen frischer Kamelmilch ein und macht sich´s auf dem Teppich und den typische Stuhlhöckern gemütlich.Ausgesprochen lecker das Zeug und noch dazu gesund, doch sollte man den nicht gewöhnten Magen nicht zu viel des Guten zumuten, da die akute Gefahr an Flitzekacke zu erkranken, durchaus Bestand hat.
Hier umschleicht einen tatsächlich das Gefühl, die Zeit wäre stehen geblieben...und fotografiert man erst schwarz-weiß: Wahnsinn.
Gestärkt und gespannt auf die richtigen großen Sanddünen, führen wir von der Straße runter in die Pampa und Salama erklährte uns währenddessen, daß es wohl das großte Hobby der saudischen Jugend sei, mit dem Auto wie bekloppt durch die Wüste zu brettern.Und so kurvten wir die Dünen hoch und runter bis...ja bis wir so viel Sand, im wahrsten Sinne des Worte, im Getriebe hatten und stecken blieben.Ein Traum!Ja das wünscht man sich bei 40 Grad, festgefahren in der Wüste und weder buddeln noch Luft aus den Reifen lassen oder Gestrüpp drunter legen funktioniert.Also machte sich unserer Fahre leicht zerknirscht in Richtung Straße auf, um Hilfe zu organisiren.Und nach ner knappen Stunde und einigen Sandstürmchen
später, kam er tatsächlich in einem Jeep zurück gefahren und hatte offentsichtlich den Spezialisten schlecht hin im Schlepptau, der irgend was von,"na in fünf min hat sich das erledigt" brumelte und seine Kiste zunaächst aber auch erst mal fachgerecht festfuhr.Tiefes Entsetzen spiegelte sich in unseren Gesichtern wieder, aber er wußte was er tat, und hüpfte mit seinem Auto Richtung Schnautze und schob so den Karren aus dem Dreck.Sehr zur Faszination unsererseits, die wir uns schon verdurstet und mit verblichenen Knochen vom Sande verweht sahen, hatten wir noch mal Glück gehabt und sind mit ner verbeulten Vorderfront und Sand in wirklich allen Ritzen davon gekommen!
...fern, so fern der Birnenbrand.
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