Dienstag, 8. Juli 2008

Halbzeit...


... denn ein Jahr ist rum und der aufmerksame Leser wird sich sicher schon fragen, wo ich den geblieben bin. Die Antwort ist ganz einfach, ich bin immer noch hier und ganz offiziell habe ich noch ein Jahr verlängert. Irgendwie dachte ich, es wäre doch schade so eine Traumjob jetzt schon sausen zu lassen. Und das habe ich bis jetzt gelernt:
1)Wie wichtig einem die Menschen zu hause sind und wie gut es ist immer mal wieder einen kurzen Abstecher nach Frankfurt zu machen
2) Im Privatflugzeug zu fliegen macht schon mehr Spaß als sich in die Economy-Class zu quetschen.
3) Englisch, oder auch Tagarabdenglisch, eine Mischform aus Arabisch, Tagallo, Englisch und Deutsch.
4) Wie aufgeschmissen man ist, wenn das Internet nicht mehr funktioniert.
5) In arabischen Ländern ticken die Uhren eindeutig anders.
6) Saudi ist zwar eine spaßfreie Zone, aber es geht, wenn man mit den richtigen Leuten zu tun hat.
7) Yallah und inshala sind die meist gebrauchten Worte in der arabischen Welt.
8) Zu reisen und gleichzeitig zu arbeiten, ist eine feine Sache.
9) Im Sommer kann man in Riad ein Ei auf der Strasse backen.
10) Das ich längst noch nicht genug gelernt habe.

Freitag, 4. Juli 2008

Finale in Hurgarda


Das Rote Meer hat mich wieder und ein Paar Tränen mehr.... War das nicht ein komisches Spiel? Ich hab ja keine Ahnung , aber wo sind den die ganzen Tore geblieben? Ich hatte das Vergnügen mit der Crew im Hotel dieses seltsame Kleinod deutscher Fußballgeschichte zu bestaunen und konnte mich zum Glück an einer großen Flasche lecker Bier mit berauschenden Substanzen festhalten. Die internationale Gruppe Zuschauer, bestehend aus drei Engländern, einem Franzosen und zwei Deutschen, konnten die Stimmung nicht wirklich retten-hehe wie auch, unsere Nachbarn schon längst draußen und von den Engländern mal ganz zu schweigen. Blieben nur noch Ingo und ich, die durchaus unruhig auf ihren Stühlen rumrutschten und ich mit recht, denn ich hatte mich vorher todesmutig auf eine 100€-Wette eingelassen, wäre ja auch zu schön gewesen. Allerdings fehlte der Handschlag darauf und so konnte ich mich noch mal geschickt aus der Affäre stehlen und habe mir für die Zukunft vorgenommen , das Wetten ohne Ahnung lieber sein zu lassen. Also sind die Spanier zu Potte gekommen und durften den wirklich hässlichen Blumentopf mit nach hause nehmen und irgendwie haben sie es doch auch verdient, nach äh 24 Jahren(?) Titel frei seins. Ich kenne zumindest einen, der sich wie ein Schneekönig freut und dem gönn ich das! Zurück auf Cheffes Anwesend, fragte der jeden falls wirklich besorgt, nach meinem Befinden und beinahe hätte ich ihm in meinem beschwipsten Zustand geantwortet, ich hätte mich hervorragend mit Hopfen und Malz getröstet, was eventuell nicht so gut gekommen wäre. Aber im Grunde ,wie ich zugeben muss, zerstören Fußballergebnisse nicht unbedingt meine Welt und in diesem Sinne freu ich mich auf 2010 und vielleicht klappt´s ja dann mal richtig. Wobei sie nach meiner Theorie durchaus Chancen haben: drei, zwei...eins-meins!

Mittwoch, 2. Juli 2008

Ab in die Sommerfrische


Nach dem die Unterwäsche auf misteriöse Weise wieder aufgetaucht sind, stand der großen Sommersause nichts mehr im Wege. Wurde auch langsam Zeit, die immer heißer werdenden Temperaturen in Riad zu verlassen, denn sich nach und nach wie ein schmelzendes Marshmellows fühlen zu müssen, kann selbst den hartgesottesten Sonnenanbeter zu viel werden. Grade ich, deren Haut schon nach kurzer Bestrahlung die Farbe gekochter Krebse annimmt. Einen letzten Wermutstropfen galt allerdings noch meinem kleinen Zoo, den ich schweren Herzens in Riad lassen mußte und nur hoffen kann, dass meine Bleibe nach meiner Rückkehr noch existiert und Rippsche und Krauti nicht zuviel Schabernack getrieben haben. Die haben nämlich fiese Krallen die kleinen Biester, da können meine zerkratzten Beine ein Lied von singen. Voller Vorfreude auf die große Tour, traf mich leider völlig unverhofft beim Kofferpacken der Schlag und ein anständiger Hexenschuß machte sich auf meinem Rücken breit, der mich für Tage außer Gefecht setzten und mir das Gefühl einer schwangeren 90 jährigen, verlieh. Also kroch ich auf allen Vieren und meistens noch mit einer Katze auf dem Buckel, die mal so gar keine Rücksicht nahmen, im Zimmer herum und hätte wenn ich ehrlich bin, gerne ein Foto davon gemacht, wenn nicht jede Bewegung so schmerzhaft gewesen wäre. Zum Glück war der Cheffe schon ein paar Tage früher los geflogen und so hatte ich noch ein bißchen Schonzeit mit Wärmflasche und Schmerzpillen. Auf dem Weg nach Kairo witzelten wir allerdings, dass es dem Cheffe garantiert blendend gehen würde, da ich ihm ja zweifelsohne seine Rückenproblematik abgenommen hätte. Und siehe da, angekommen an unserer ersten Etappe, hüpfte mir der Cheffe wie eine junge Gazelle entgegen und versicherte mir, es wäre ihm schon länger nicht mehr so gut gegangen. Was soll ich da noch sagen, was tut man nicht alles für seine Patienten. Nach ein paar Tagen in Kairo, die ich mit Kino, Shoppen, und Rückenschmerzen auskurieren zubrachte, lernte ich, das ich an Esthers Hochzeit ein M.O.H sein werde und , wie lustig es ist mit dem Cheffe Fußball zu schauen, (denn die EM ist auch hier nicht spurlos vorbei gegangen) vor allem, wenn er versucht :"Schweinsteiger" zu sagen. Besonders amüsant fand ich allerdings, dass die ganze Cheffe-Familie mir persönlich zum Erreichen des Finales gratulierte. He....: Ich bin Jogis Jungs!

Samstag, 21. Juni 2008

Die sonderbare Rückkehr der Unnerbuchsen!


Unterwäsche hat normalerweise keine Beine, oder? Eigentlich habe ich mir darüber noch nie Gedanken gemacht, bis vor drei Tagen, als ich vorbildlich meine Wäsche gewaschen habe und ordentlich alles draußen auf die Leine hängte. Bietet sich ja immerhin bei 40°C im Schatten an. Und so wehten Hosen, T-Shirts und Unterwäsche den Tag über im Wüstenwind und ich ging meiner Tagesbeschäftigung nach. Aus lauter Faulheit, wie ich zugeben muss, beging ich den Fehler, die Wäsche, obwohl schon längst trocken (die Sonne ist hier schneller als jeder Trockner!), nicht abzuhängen und verschob dies auf den nächsten Tag. Gesagt getan und so schaute ich am morgen, äußerst verdutzt im wahrsten Sinne des Wortes aus der Wäsche, denn alle meine Unnerbuchsen waren weg. Der Rest wiederum hing unangetastet auf dem Gestell und trotz intensiven Absuchen der Umgebung konnte ich keines der vermissten Teile entdecken. Seltsam dachte ich bei mir und überlegte ,ob eventuell der nächtliche Sandsturm der Übeltäter war. Aber dann hätte ich die Sachen doch irgendwo finden müssen. Mein zweiter Gedanke galt den Katzen, die es sich schon öfter auf meiner aufgehängten Wäsche gemütlich gemacht haben. Aber hätten die nicht eher an dem Pulli mit den Bändeln ihren Spass gehabt ? Höchstens Katzen mit Unterwäschen Fetisch... na ich weiß nicht.
Die Katzentheorie erübrigte sich allerdings am nächsten morgen, denn da lagen sie wie durch ein Wunder wieder alle vor der Tür und ehrlich gesagt bezweifel ich, dass sowohl Katzen als auch Sandstürme, Unnerbuchsen zurück bringen. Bleibt die Frage, wer war´s, wie geschah´s, was war los.... ? Über Vorschläge und Lösungsansätze, die mich von der Idee, Unterwäsche könnten Eigenleben entwickeln, abbringen, wäre ich sehr dankbar.

Mittwoch, 18. Juni 2008

Erstaunliches aus Saudi


Das Saudi Arabien ein merkwürdiges Land ist, hat sich ja bereits des öfteren gezeigt, und das andere Länder andere Sitten haben, weiss man im Allgemeinen ja auch. Alleine schon die Floskeln und Aussprüche, die man ohne gross nach zu denken verwendet, genießen hier eine meist ganz andere und logische Bedeutung. So ist zum Beispiel:"in die Wüste geschickt zu werden" absolut wörtlich zu nehmen und trifft, zumindest in Riad, sofern man nach dem Weg fragt, immer zu. Auch:"na das sieht aber wüst aus" ist wohl kaum negativ zu sehen, weil im Grunde genommen mehr als wahr. "Jemanden auf die Palme bringen", trifft erst recht zu und ich konnte mich erst vor ein paar Tagen mit eigenen Augen davon überzeugen, und staunte nicht schlecht, als der Hund wie verrückt eine Palme anbellte und ich in gut 15 Meter Höhe einen Mann beobachten konnte, der die Aufgabe der Dattelbestäubung verübte und gleichzeitig die arabische Antwort auf "men in trees" gab.
Dennoch erstaunt es mich immer wieder auf was für Kuriositäten man ganz unverhofft trifft, wenn man zum Beispiel mit einer Freundin in den Supermarkt geht, damit diese dort ihren Bruder treffen kann. Schon allein sich im Supermarkt zu verabreden, finde ich irgendwie seltsam, aber tatsächlich bleibt einem gar nichts anderes übrig, denn öffentliche Plätze an denen sich Männer und Frauen gemeinsam treffen können, sind rar. Aber das es dann noch verboten ist sich in der Öffentlichkeit mit dem eigenen Bruder zu unterhalten, geschweige denn mal herzlich zu drücken, ließ mich mit offenen Mund da stehen und beobachten, wie Bruder und Schwester via Handy Konversation betrieben und grade mal drei Meter von einander weg standen.
Eine weitere Besonderheit entdeckte ich neulich als ich in einer riesigen Shoppingmale war, in der es eine Etage nur für Ladys gibt, bei der ein Schild am Eingang darauf hin weist, sich unbedingt zu entschleiern, damit man klar als Frau erkannt wird und sich so kein Mann heimlich einschleichen kann. So ganz scheint mir, wissen die hier selber nicht , was sie wollen. Entschleiern, verschleiern-ja was denn jetzt. Immerhin soll es noch mehr solcher Extra-Frauen-Bereiche geben, so auch, laut des Cheffes, eine Straße nur für schwangere Damen, die er allerdings aus bekannten Gründen selbst noch nie gesehen hat.
Unbedingt erwähnenswert ist eine weitere bemerkenswerte Kleinigkeit, die man im Flugzeug des Cheffes bewundern kann. In jeder Kabine befindet sich ein Bildschirm, der die Umrisse des Flugzeuges, und einem Pfeil der die Lage Mekkas anzeigt, zeigt. Im Grunde für den gläubigen Menschen eine feine Sache, wäre der Gang nicht zu schmal um wirklich in alle Richtungen zu beten. Also entweder ein grösseres Flugzeug her, oder eben doch nur in Gedanken gen Mekka knien. Ich für meinen Teil bleibe lieber sitzen und und staune dafür umso mehr.

Montag, 19. Mai 2008

I´ll proudly present:



Rippsche und Kraut(i)

Diese beiden kleinen Kater habe ich hier auf dem Grundstück halb verhungert und krank aufgesammelt. Und nach jede Menge Medikamenten und Pflege haben sich beide bis jetzt ganz anständig gemacht. Rippsche hat´s mittlerweile von 250g auf 800g Lebensgewicht geschafft und macht eigentlich seinem Namen nicht mehr ganz alle Ehre. Auch der zwei Wochen jüngere Kraut(i) bringt schon 400g auf die Waage. Yallah macht sich lustigerweise sensationell als grosser Bruder und kümmert sich rührend um die zwei. Und damit der Zoo komplett wird kümmere ich mich grade noch um den Lieblingshund der Cheffin, der sich nach einer bösen Beisserei erst mal erholen muss. Das ist ein Spass zwei Katzen und zwei Hunde. He ich mutiere noch zu der Katzenfrau von den Simpson-ich sollte mir Gedanken machen, aber die sind so süss! Daher ist die Langeweile aus und das absolute Chaos eingezogen und ich hab was zu tun.