Dienstag, 7. Juli 2009

Der allerletzte Blog!

Leute haben später erzählt, hät ich mir Geschichte nur ausgedacht. Böse Leute haben erzählt, hätte ich Schwäche für Alkohol, die ich in der Wüste heimlich mache, aber wenn ich bin auf lange Heimatfahrt, dann hemmungslos. Allah allein weiß, was gibt für Gerüchte. 
Aber so sind Menschen, glauben lieber größten Blödsinn, als wahre Tatsache!

                                                                  Frei nach Stanislaw Lem (Ijon Tichy)

So meine lieben Leser, es ist vollbracht und ich weile wieder glücklich und zufrieden im heimatlichen Bembeltown. Die letzten zwei Jahre mit meinem Cheffe werde ich sicher nie vergessen und ich habe Dinge erlebt, Länder gesehen, Menschen getroffen und so viele Eindrücke gesammelt, die mir wahrscheinlich immer im Gedächtnis bleiben werden. Zum Glück werde ich hoffentlich durch meine lustige Nachfolgerin Luca immer auf dem Laufenden gehalten werden, was es neues aus Riad zu erzählen gibt. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge, sage ich merci für die rege Anteilnahme an diesem Blog und hoffe ihr hattet genauso viel  Spaß beim lesen wie ich beim schreiben. Und wer weiß, vielleicht gibt es ja irgendwann mal eine Fortsetzung. 1000 und einen Dank, liebe Grüße eure Eva, die immer noch Sand in den Schuhen hat!

Sonntag, 17. Mai 2009

Bahrain ist fein...

... und so klein. Ein klitzekleines Königreich, bestehend aus einer Stadt auf einer Insel. Dafür schreibt es Spaß ganz groß, und das nur drei Stunden mit dem Auto von Riad entfernt. Verbunden mit einer Brücke belagern Massen von Saudis jedes Wochenende die Oase voller westlicher Vorzüge, was die Bahrainer allerdings eher lästig als amüsant finden. So auch ich, lecker Bier mit der Crew und noch ein flottes Tänzchen für die Liveband die extra noch ein paar Zugaben gab, aus reinem Mitleid für uns, die wir doch im tristen Saudi leben müssen. Der nächste morgen bescherte mir einen Kater von einem anderen Stern... aber wie hätte es auch anders sein sollen. Trotzdem folgte ich der netten Einladung der Töchter des Cheffes zu einem "Girlsday", der mit einem köstlichen Frühstück begann und mir später meinen ersten Aufenthalt in einem Beautysalon bescherte. Maniküre, Pediküre, hübsch mit Fußbad und Handmassage. Gar nicht schlecht, und eine neue Erfahrung mehr. Für die Dame, die meinen Füßen zu Leibe rückte unfreiwilliger weise,  auch. Wie soll ich sagen, wo gehobelt wird, fallen Späne.... so eben auch von meinen barfuß trainierten Fußsohlen.... So was hatte sie wohl noch nicht gesehen, aber zu meiner Verteidigung kann ich nur sagen: Prinzess- Füsschen hatte ich eben noch nie!
Nach soviel fürsorglicher Behandlung meiner geschundenen Füße und Hände, war der Cheffe an der Reihe, der offensichtlich eine Nase zu viel Freiheit geschnüffelt hatte. Während er leichtfüssig und bester Laune seine Übungen absolvierte, stellte er mit bedauern fest, dass wir ja am nächsten morgen zurück nach Riad, ins Gefängnis müssten. Ein bisschen traurig, oder? Darum: Legalisiert die Freiheit, dann würden sicher auch die Beschaffungskriminalität aufhören.

Samstag, 16. Mai 2009

Es ist vollbracht : die Pyramiden !

Ich habe sie gesehen, endlich, die wirklich faszienirensten Bauwerke, die ich je in meinem Leben gesehen habe. Und sie sind sooooo groß. Na ja, was soll man auch erwarten, wenn man sie sogar vom Flugzeug aus sehen kann, aber trotzdem war ich doch sehr erstaunt, wie riesig sie so ganz in " echt" sind. da fragt man sich wirklich, wie viel Kraft die Leute damals wohl hatten. Na, ob da nicht doch Miraculix Zaubertrank mit im Spiel gewesen ist, immerhin wissen wir ja auch wie die Sphynx ihre Nase verloren hat. Nur die Inneneinrichtung hat mich ein bisschen enttäuscht. Da krabbelt man wirklich fast auf allen Vieren einen sehr steilen Gang entlang und gelangt so in ein winziges Ein-Zimmer-Appartment ohne Tageslicht. Na jeden falls mit Badewanne. Ok die Badewanne ist natürlich ein Steinsarg und bevor ich gleich als Kulturbanause beschimpft werde, ja ich weiß es ist eine Grabstätte! Trotzdem hätte ich mir das alles etwas größer vorgestellt. Trotzdem sehr spannend und interessant, und da ich mit den Töchtern des Cheffe unterwegs war, bekamen wir sogar die Sondergenehmigung, der Shpynx die Pfoten zu streicheln, während alle anderen Touris uns von weitem neidisch dabei zuschauten. Manchmal ists schon ganz nett ein bisschen VIP zu sein. Und noch einen wichtigen Punkt auf meiner Liste konnte ich abhaken: Jawohl ich bin das erste mal auf einem Wüstenschiff durch die Wüste geschippert. Das ist vielleicht ein Gefühl auf so einem Kamel zu sitzen, das die ganze Zeit am Blöcken ist. Alle Achtung, die sind ganz schön hoch diese Tiere, da kann man schon Respekt haben. Vor allem wenn sie auf stehen und sich dann wieder hin knien. Lustig! Schade ist nur, das das ganze Gelände so versifft ist. Jeder schmeisst seinen Müll rum, dabei könnte es ein so schöner Ort sein. Aber das müssen die wissen, die Touris kommen ja so oder so. Trotzdem, wenn ihr mal in Kairo seid, schaut sie euch unbedingt an, so was beeindruckendes habe ich vorher noch nie gesehen. 


long time no write !

... aber ich ich war wirklich beschäftigt mit: reisen, telefonieren, fotografieren, organisieren, Termine ausmachen, kochen, Katzen füttern, putzen, den Cheffe behandeln, essen, trinken-sogar ganz viel, weil 40°C- Sport machen, Hund beschäftigen, Koffer einpacken, Koffer auspacken, mich über meinen Fahrer ärgern, ins Compound fahren, schlafen, Zähne putzen, chatten, ein bisschen Geld ausgeben, über die Zukunft nach denken, Fernseh schauen, Wäsche waschen, freuen auf Bembeltown, und, und ,und........
... naaaa gut: ich war einfach nur zu FAUL!!!!!!

Aber das soll sich jetzt stande pedes ändern ! Denn die Zeit ist knapp und so aprupt sollte der Blog nun wirklich nicht enden. Darum ran an den Computer und bei den hübsch, hässlichen Klängen der Moscheeschreihälsen ( die im übrigen sich schon wieder ein übles Lautstärken-Battle liefern ) wird sicher das ein oder andere Kleinod zustande kommen. So dann, auf, auf denn nur der frühe Vogel fängt den Wurm!

Freitag, 6. Februar 2009

IHR ROCKT!!!!!




die abwesende geburtstagstorte

liebe eva, deine abwesenheit hindert uns nicht daran, dir eine geburtstagstore zu backen:



... und selbst zu essen! alles liebe zum geburtstag!

wir drücken dich:

anja, anke und martin

princess of palmenwedel

verehrteste prinzessin der palmwedel, meisterin der erzählungen aus tausendundeiner (durchzechten) nacht, herrin der (palm)ölfelder, schutzpatronin aller wilden tiere mit hessischen namen, magierin mit den heilenden händen, weltmeisterin im doko-spielen und äppler-mit-dem-strohhalm-trinken, austreiberin aller rücken- und auch sonstiger schmerzen...


oder einfach: weltbeste eva! entschuldige, dass ich dein blog hijacke, aber da dies deine bevorzugte kommunikationsform mit all uns staundend daheimgebliebenen ist, sage ich dir virtuell ALLES, ALLES LIEBE zum geburtstag. wir denken an dich (öfter als du glauben magst) und vermissen dich gar fürchterlich (mehr als du dir vorstellen kannst)!

martin

Montag, 15. Dezember 2008

Weihnachten auf französisch


Schon wieder Paris, die Stadt der Liebe. Für mich eindeutig die Stadt der Liebe: zu französischen Crossaint und Cafe au lait im Bistro an der Ecke.... Ja es hat den Cheffe mal wieder nach Fronkreisch verschlagen und ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, nicht schon wieder, wir waren doch erst vor ein paar Wochen da, wie langweilig. Paris ist nicht langweilig, nie! Und schon gar nicht kurz vor Weihnachten, wenn alles so schön geschmückt und beleuchtet ist. Huch, ich entdecke grade meine sentimentale Seite, erst die Weihnachtsmucke und jetzt noch die ganze kitschige Deko, die mein kleines Herzchen höher hüpfen lässt. Der eigentliche Grund für die Stadt mit Eifelturm, der grade ganz blau erstrahlt, war allerdings ein Arztbesuch, bei dem ich den Cheffe begleiten sollte, und den ich mit Sicherheit in bester Erinnerung behalten werde. Denn nach dem wir fertig waren, bestieg der Cheffe und ich, den wirklich klitzekleinen Aufzug des hübschen Pariser Altbaus, während die anderen die Treppe nahmen. Und während wir schwatzend darauf warteten, unten anzukommen, machte es plötzlich rumps, und der Aufzug blieb stehen. Allerdings nicht im Erdgeschoss, sondern irgendwo dazwischen, und so steckten wir fest. Welch skuriele Situation, ich bin noch nie in einem Fahrstuhl stecken geblieben, und dann gleich mit dem Cheffe. Der wiederum klopfte geistesgegenwärtig mit der einen Hand gegen die Tür und rief relativ unbeeindruckt: "Hilfe, hilfe!" während er mit der anderen den Notfallknopf drückte was ihm offensichtlich größtes Vergnügen bereitete. Es dauerte aber nicht lange und nach erneutem Knopf drücken, setzte sich der Lift wieder in Bewegung und wir kamen unbeschadet unten an. Nur der arme Dr. und der Rest unserer Begleiter schauten irgendwie verdutz zur Tür herein aber:" what can we do?", wäre des Cheffes Antwort gewesen.
Den Rest der Zeit vertrieb ich mir mit spazieren gehen und Techniken entwickeln, die Anzahl der elektrischen Schläge, die ich mir non stop im Hotel durch Laufen auf dem Teppich an allem einholte, zu minimieren, was mir leider nur schlecht als recht gelang. Selbst der Cheffe blieb nicht verschont.... Schweben wäre perfekt gewesen, aber dazu hats nicht gereicht. Dafür schwebte Beyonce in der Hotellobby an mir vorbei, die ich selbstverständlich ohne Nachfragen nicht erkannte hätte, und auch nur durch das Blitzlichtgewitter der Paparazzi darauf aufmerksam wurde. Was ein Geschiss um manche Menschen gemacht wird, ist schon faszinierend, aber tauschen würde ich um nix in der Welt. Da wird mir doch lieber vom Türsteher der Hotels, der Eintritt verwehrt, auch wenn ich schon mehrere Tage munter rein und raus gelaufen kam, als dass sich alle Augen auf mich richten, wenn ich irgendwo auftauche. Eine nette Abwechslung und lustige Bekanntschaft, machte ich dann noch mit dem ultimativen Nagelspezialisten, der extra aus dem schönen Berchtesgardener Land eingeflogen kam und mich schwer von seinem Können begeisterte. Man lernt ja bekanntlich nie aus und so hatten wir einen wirklich vergnüglichen Tag, mit viel Kaffee und Gebabbel. Zum krönenden Abschluss, lud mich der Cheffe tatsächlich noch auf ein Bier ein und nach einigen Versuchen, klappte sein "Prost!" auch schon ganz ordentlich.

Sonntag, 7. Dezember 2008

Sooooooo viel Sand!



Ich war im Krankenhaus. Aber nicht in irgendeinem, nein , in dem Krankenhaus. In dem besten was der mittlere Osten zu bieten hat. Zum Glück nicht als Patient, sondern um mit den verschiedenen Docktoren des Cheffes über dessen sportliche Betätigung zu plaudern. Fazit, alles beim alten plus Diät. Aber das wissen wir doch schon seit ich hier bin. Manchmal kann ich der Logik hier nicht so ganz folgen. Aber gut, unterhaltsam war es, auch wenn ich äußerst ungläubig angeschaut wurde, nachdem ich wahrheitsgetreu zugab, noch nie etwas von diesem exzellenten Krankenhaus und seinem fantastischen Ruf gehört zu habe. Augenzwinkernd beendigte der Cheffe die Sitzung und meinte zu mir gewannt, "so Eva, jetzt haben wir eine Aufgabe, hehe", und fuhr mich anschließend höchstpersönlich mit den Worten:" in diesem Auto hat lange keine Dame gesessen, und schon gar keine blonde!", nach hause. Lässig der Cheffe, sehr lässig.
Am nächsten Tag hieß es dann Koffer Packen und ab in die Wüste. Also in die richtige, wilde, ursprüngliche.... mit ein paar kleinen Annehmlichkeiten, wie fließend Wasser, Kabel-Fernsehn und Kühlschränken... aber sonst ganz im traditionellen Beduinenstil. Für mich ein wahres Paradies. Pferde, Lagerfeuer und Natur pur. Dazwischen das kleine, fast unglaublich gut hörende, Wiesel, was überhaupt nicht nachkam jeden noch so kleinen Busch zu bepinkeln und seine wahre Freude dran fand, arme gelb angezogene Müllmänner (die gibt es wirklich in der Wüste!) zu jagen und an zu kläffen...
Allerdings teilen sich hier die Geschmäcker, denn das größte für die Kinder der Familie ist es, mit dem Jeep den lieben langen Tag im Sand herum zu kurven. Nun gut, jedem das seine. Auch wenn es irgendwie schon irre aber eben doch so sinnlos ist, die Sanddünen hoch und runter zu brettern. Mir ist nur kurz das Herz stehen geblieben, als wir eine besonders steile Düne hochfahren wollten und das Auto dramatisch zur Seite weg rutschte. Da merkt man eben doch den kulturellen Unterschied. Während ich kreidebleich, panisch mich am Türgriff festklammerte, lachte der Rest der Insassen und diskutierten begeistert, wie man wohl am besten den nächsten Sandberg in Angriff nehmen kann. Was aber wirklich sensationell ist, und tatsächlich meine lieblings Beschäftigung werden könnte, ist Sanddünen runter rennen. Ich sag euch, das macht echt Spaß. Und es ist egal wie steil es ist man fällt einfach nicht hin. Der einzige Nachteil, Sand in allen Ritzen und das auch noch Wochen später.
Und richtig kalt war es, trotzdem hab ich mir einen dicken Sonnenbrand auf der Nase geholt. Aber wer denkt schon mitten im Winter an Sonnencreme? Ein besonderes Highlight war allerdings ein echter traditioneller Beduinen Umhang, den ich vom Cheffe geschenkt bekommen habe, und welcher besser als jeder Wintermantel warm hält. Ich werde ihn in Ehren tragen und hoffe damit noch mal in die Wüste geschickt zu werden.

Sonntag, 30. November 2008

Winter in Riad



Obwohl, von Winter kann man hier eigentlich nicht sprechen, eher von angenehmen "T-Shirt und manchmal Socken anzieh Temperaturen", die es endlich zulassen den ganzen Tag draußen zu verbringen. Sehr angenehm und selbst die Palmen machen einen durch aus frischeren Eindruck. Aber der Winter kommt und zwar mächtig, wie mir die Mädels versicherten, eiskalt soll es werden.....hmm ja, vielleicht und wie der Cheffe immer zu sagen pflegt, das ist hier doch nix gegen den Europäischen Winter! Recht hat er aber geregnet hat es und wie! Fast drei Tage wie aus Eimern. Des einen Freud des anderen Leid... während der Cheffe im Dreieck gehüpft ist vor Begeisterung, war auf den Strassen die Hölle los.... in Saudi hat man es eben nicht so mit Wasser und die Krankenwagensirenen liefen zu Hochtouren auf. Aber was will man erwarten, ich bin mir sicher hier hat noch keiner was von Aquaplaning gehört. Und es läuft auch nichts ab, was in kürzester Zeit das ganze Grundstück in einen riesigen See verwandelte und auch mein Bad wurde auf Grund einer undichten Stelle im Dach zu einer Nasszelle im wahrsten Sinne des Wortes. Die Katzen fanden es super und sprangen wie die Irren in den Pfützen rum, während Yallah einen angewiederten Gesichtsausdruck hatte und verzweifelt versuchten den Tropfen aus zu weichen. Doch ein Gucci- Schlampenhund, wie ich befürchte. Also Winter ist irgendwie was anderes, aber dafür verhilft mir meine Nachbarin seid ein paar Wochen zwar erst unfreiwillig aber mittlerweile begeistert mit fröhlichen Weihnachtsliedern vom Band zur ersten Weihnachtsstimmung in Saudi. Letztes Jahr kam die bei mir unter Palmen so gar nicht auf und heute ertappe ich mich, wie ich am Frühstückstisch zu Rudolff the red nose Reindeer mit dem Fuß mit wippe und ich bin mir sicher wenn ich noch ein paar Wochen länger beschallt werde, wird mir die ein oder andere Strophe über die Lippen gleitet, ob ich will oder nicht. Trotzdem, irgendwie mag ich es und auf Weihnachten freu ich mich auch wie ein Plätzchen. Darum stand ich gestern in der Küche und habe mich an Butterplätzchen versucht, sehr lecker. Nur das obligatorische Bier hat gefehlt und es ist wahr was die Eltern über zu viel Plätzchenteig naschen sagen: Kind , dir wird doch schlecht. Ja das kann ich bestätigen....hee aber lecker war es trotzdem. ..." Rudolff the red nose reindeer has a very shiny nose......hhhmmmm ever saw him ....hmmmm...it glows!"

Dienstag, 21. Oktober 2008

Killercat im Traumland


Seid einer Woche bin ich jetzt wieder in Riad und hatte bei meiner Ankunft eine Begegnung der Dritten Art. Nix ahnend und voller Wiedersehensfreude betrat ich meine Wohnung und zwei, mittlerweile fast ausgewachsene Kater begrüßten mich fast überschwänglich. Als ich Yallah dazu holte war die WG wieder komplett und alles eitel Sonnenschein, bis Rippsche von einer Sekunde zur nächsten von Mitzekatze zu Psychocat mutierte und dem Hund erst mal ne blutige Nase verpasste und anschließend mit aufgestellten Fell und ausgefahrenen Krallen und Zähnen auf mich stürzte.... Hilfe und vor allem aua! Was ein Drecksvieh! Mit einem Schrubber bewaffnet, scheuchte ich den immer noch tobenden Killerkater zurück ins Bad und trat mit Yallah unweigerlich die Flucht nach draußen an. So was hab ich noch nie erlebt, da zieht man mit Liebe und Sorgfalt so ein kleines krankes Kreatürchen groß und als Dank erhält man Bluterguss unterlaufende Kratzer. Am nächsten morgen war der Spuck vorüber und Rippsche war wieder ganz der alte.... vielleicht hätte ich mich bei Ankunft sofort im Katzenklo wälzen sollen, um meinen Geruch zu übertünchen. Dieses, im wahrsten Sinne des Wortes, einschneidende Erlebnis, brachte mich zu der Erkenntnis, das es wohl dringend an der Zeit sei, die beiden Herren ihrer Männlichkeit zu berauben. Und am Montag hieß es dann: Schnipp Schnapp und jetzt sind sie ab. Maschallah! Killercat ist besiegt-das Gute hat gewonnen!
Diese ganze Aufregung und eventuell auch der Einfluss von verschiedensten Medikamenten, die ich in der Hoffnung einnahm um meine Hustenattacken des Nachts unter Kontrolle zu kriegen, beflügelten meine Traumfantasien zu Höchstleistung. Ich glaube ich sollte tatsächlich mal über eine politische Karriere nachdenken, den Angela Merkel, herself, schlug mich und ein paar andere zur neuen Bundeskanzlerin vor. Warum eigentlich nicht und in Gedanken übte ich schon mal den Satz: Ich nehme die Wahl zur Bundeskanzlerin an. Dann viel mir allerdings ein, dass ich ja auch vor vielen Leuten Reden halten müsse und das ist ja überhaupt nicht meins. Darauf hin lehnte ich die Nominierung ab und Angie lächelte und zeigte mir noch ein bisschen den Bundestag. Der hatte allerdings mehr was von einem Theater und plötzlich fuhren Angela und ich am Meer Fahrrad. Und ich fand sie echt super nett.... danach bin ich aufgewacht. Bin mir nicht so sicher was mir das wohl sagen will, aber na gut, Funny hat ja auch schon Guido Westerwelle im Traum Frühstück gemacht.

Samstag, 18. Oktober 2008

The long way back to Riad!


Endlich wieder zu hause im eigenen Bettchen schlafen und die stinkenden Koffer auspacken. Wurde aber auch allerhöchste Zeit. Nach München ging es nämlich für ganze zwei Nächte nach London, was ich manchmal einfach nicht nachvollziehen kann, wie man sich den ganzen Organisations-Stress an tun kann, um dann nur einen lausigen Tag im wunderschönen London zu verbringen. Aber das ist wahrscheinlich wieder die arabische Logik, die ich vielleicht gar nicht verstehen muss. Das Hotel war auf jeden Fall traumhaft und ich hab den Tag damit verbracht, Michi in seinem Whiskey-Laden zu besuchen und abends mit ihm Bier trinken zu gehen. Hmmm hatten wir das nicht erst vor zwei Monaten? Ja erstaunlich, wie das Leben manchmal so spielt. Da sieht man sich mit unter für Jahre nicht und dann gleich zwei mal in kürzester Zeit. Gelohnt hat es sich und wer weiß wann wir mal wieder für einen Tag nach London kommen. Aber wir sollten uns damit beeilen, denn wer ein Visum für die UK braucht bekommt es nur bis zum 65 Lebensjahr, mit der Begründung, wer älter ist, hat gefälligst in Rente zu sein und braucht dann doch nicht mehr zu reisen. Eine interessante Einstellung, wenn sie wahr ist, wie ich finde. Vielleicht war das auch der Grund des extrem kurzen Aufenthaltes, denn einer unserer Leute, viel unter diese Regel und so flogen wir anschließend in des Cheffes Lieblingsstadt......naaaa, welche ist das wohl? Der aufmerksame Leser sollte nun aufspringen und mit voller Begeisterung KAIRO rufen. Richtig, richtig. Du traumhafte Stadt, die du mit deinem Staubwolken und Müllbergen dein wahres Gesicht verschleiern musst und mir jedes mal das so genannte Kairo-Syndrom bescherst. Dieses mal entschied ich mich allerdings für eine handfeste Erkältungsgrippe, die sich gewaschen hatte und mich drei Tage ans Bett fesselte. Die Nachwehen der Grippe, hielten dann noch bis Hurgarda an, wovon es nicht viel zu berichten gibt, außer das ich kein Yachtfan werden werde und die Mücken hinterhältig und gemein sind. Allerdings gegen den Sternenhimmel ist nichts zu sagen und es hat schon was dem Cheffe die Schönheit des selbigen näher zu bringen, der dann voller Bewunderung den Kopf zum Himmel streckt und: how beautiful! Das wäre ihm ja noch nie aufgefallen, sagt.

Freitag, 19. September 2008

Von Zuchtperlen ,Palmwedel und Hochzeiten


Und schon sind vier Wochen wie im Flug vorbei gerauscht und ich frag mich wo die Zeit geblieben ist. Schön war´s, sehr schön sogar und jetzt sitze ich wieder in dem exzellenten Hotel in München und kann mir ein bisschen Sentimentalität nicht verkneifen. Aber Schluss jetzt mit der Jammerei, immerhin liegen drei Wochen höchster Genuss und vor allem Spaß hinter mir, und meine Leber schreit grade zu:"Ab in die Wüste mit dir, Abstinenz, es lebe die Abstinenz!"Und damit hat sie sogar recht, aber was soll man denn schon machen, wenn man in kürzester Zeit die letzten Monate die freudlose sozial- ernüchternde Einsamkeit kompensieren will. Dies ist mir, wie ich finde hervorragend gelungen und angefangen von Bridezillas Junggesellinnenabschied, über den Polterabend, der standesamtlichen Trauung bis hin zur grandiosen spanischen Hochzeit in Barcelona, blieben auch alle anderen wichtigen Dinge wie die weltbesten Freunde treffen, tanzen, reiten , Doko spielen und jede menge Brot auf Woscht essen, nicht auf der Strecke. Auch die ganze Familie kam aus allen Ecken der Welt in the best house in town zusammen und es wurde hübsch heftig um die schönsten Urlaubsfotos gebattlet. "Hier bin ich in Peru auf dem 5000der", sprach der Papa," jetzt setzt euch doch mal richtig hin... " "Will jemand mal Bilder von meinen Viehchern sehen?" kontere ich. " NEIN, bloß nicht, aber wo sind denn die Fotos von der Tante aus Brasilien?" " Oma, wie wars denn eigentlich im Spessart ? " Was will man mehr?! Aber Barcelona, das war wirklich ne Reise wert, fantastische Temperaturen, spanischer Wein und eine Dachterrasse mit Blick auf Kolumbus. Anke und ich sind schon Freitags angereist um Esther und Oscar ein bisschen bei den Vorbereitungen zu helfen, wobei Anke sich als sensationelle Weddingplanerin entpuppte und ich mit Martin unglaubliche Fähigkeiten in Reistütchen basteln entwickelte. Aber selbstverständlich kam die Kultur auch nicht zu kurz und während Bridezilla und Frau Weddingplaner letzte Besorgungen für das samstägliche Spektakel machten, folgten Martin und ich den Spuren von Gaudi und tausend anderen Touristen, die scheinbar die selbe Idee hatten. Hin und wieder ließ mich mein Orientierungsinn im Stich, welcher mir vereinzelt wüste Beschimpfungen der Mitreisenden einholte und mich zum hinterher trotten verdonnerte. Nur mit Gärten in jeglicher Variante hatten wir kein Glück und das ist, Gott seis getrommelt, nicht auf meinen Mist gewachsen.....Im Laufe der Woche gesellten sich dann noch Constanze, Carola, Malte, Anja und Martin dazu und nach einem gemütlichen Willkommens Bier wurden freitags Abend erste Verschönerungsmassnahmen an Beinen und Nägeln vorgenommen, die sich am nächsten morgen allerdings als Katastrophe herausstellten. (komischer weise nur bei mir?!) Versucht euch nie im beschwippsten Zustand und noch dazu im halbdunkeln mit Nagellack anzupinseln.... das geht schief.... und von den Beinen ganz zu schweigen! Egal, denn der große Tag stand bevor und Anke, Martin und ich machten uns plichtbewußt zum Ort des Geschehens auf, um das wunderschöne spanische Landhaus zu dekorieren und ein klietzekleines Stück Frankfurt als Kontrast an das alte Gemäuer zu hängen. Nach getaner Arbeit ging es zurück ins Hotel der Brauteltern, um uns umzuziehen und Zeuge einer lustigen Tradition zu werden. Denn in Spanien ist es üblich, dass ein Fotograph beim Ankleiden der Braut zugegen ist und fröhlich am Bilder knipsen ist, merkwürdig aber nicht mal so dumm. Allerdings ist es gar nicht so leicht jemanden so ein Brautkleid anzuziehen und noch dazu so ein schönes. Renate und ich mussten ganz schön ziehen und zerren, aber wann kommt man schon mal dazu eine Braut anzuziehen! Eine weitere Tradition ist das unbedingte Zuspätkommen der Braut, was Esther hervorragend praktizierte, und uns alle in unseren schnieken Kleidchen mit und ohne Zuchtperlen voller Spannung warten liess. Dann stand sie da-ganz in weiss, mit einem Blumenstrauß-und ich muss gestehen, dass ich wirklich sehr, sehr gerührt war. Ein komisches Gefühl, aber das war die erste Hochzeit die mir wirklich was bedeutet hat. Nach der Zeremonie gings gleich weiter im Programm und unter Seifenblasen ohne Reis werfen (war verboten, die schönen Reistütchen ganz umsonst) wurden alle zum Sektempfang in den Steingarten geleitet und das ist auch gleichzeitig der kulinarische Höhepunkt einer spanischen Hochzeit. Nix da nur ein schnödes Gläschen Sekt und ein trockenes Häppchen, nein nein kunstvolle angerichtete Leckerbissen in tausend Variationen, Reis und Nudelgerichte und Getränke nach jedem Geschmack. Ein Paradies, bis auf die ständigen Steinchen im Schuh, was das Laufen in den ohnehin schon ungewohnten Stöckelschühchen noch aufs übelste erschwerte. He aber ich bin nicht hingefallen mit meinen versehentlich gekauften Brautschuhen, wozu mir die Verkäuferin recht herzlich zu meiner Hochzeit gratulierte... heiraten? ich? Na ich weiß nicht. Dritter Programmpunkt war das Hauptessen, welches durch wild rufende und mit der Servierte über dem Kopf wirbeln Spanier, manche von uns in Erstaunen versetzte, aber auf jeden fall spaß machte und wie ich finde ein bisschen an Fußball erinnerte. Also die wissen schon wie man feiert und anschließend auf der Tanzfläche blieb kein Auge trocken. Überhaupt erinnerte auch das Brautstraußwerfen, bzw eher das Fangen, in Ansätzen an Rugby mit Zuchtperlen, wobei sich das zuchtperlenfreie Feld dezent zurück hielt. Gegen zehn neigte sich der offizielle Teil der Feier seinem Ende zu und der Rest der Hochzeitsgesellschaft wurde per Reisebus zurück nach Barcelona in eine Bar geschafft um dort den Abend bei Cocktails und guter Mucke ausklingen zu lassen. Fantastisch! Liebe Esther, lieber Oscar der Organiesations-Marathon hat sich absolut gelohnt und ich hoffe es hat euch beiden genauso gut gefallen wie uns und der Tag wird unvergessen bleiben. Der Nachhauseweg mit Martin und dem Palmwedel wird mir auf jeden fall in ewiger Erinnerung bleiben und ausnahmsweise funktionierte zu später Stunde meine Orientierung denn sonst wären wir mit 99% Sicherheit im Hafenbecken gelandet.

Montag, 18. August 2008

A wicked weekend in London...


... welches damit begann, dass mich die älteren Töchter des Cheffes im Flieger auf dem Weg nach London fragten, ob ich denn Lust hätte, sie in ein Musical zu begleiten. Was ne Frage, selbstverständlich. Ein kurzer kritischer Blick der Mädels über mein Äusseres, gab mir die Gewissheit, dass ich zwar passend für Englands Regenwetter gerüstet war, aber auf gar keinen Fall auch nur annähernd für ein solches Event. Aber woher sollte ich auch mit so was rechnen und wer zieht schon schicke, offene Schuhe und ein passendes Oberteil an, wenn er frischen 16°C und Pfützen erwartet. Und da wir direkt vom Flughafen ins Theater fahren sollten, gab es leider keine Chance mehr für mich, das kleine Schwarze aus dem Koffer zu kramen. Aber da mir sogleich bestätigt wurde, dass wir hier alle Schwestern wären, lieh mir Schwester H. Schuhe von Louis de... sowieso ( Modefreaks wissen schon, die teuren) und Schwerster G. ein schniekes Oberteil. Das i-Tüpfelchen besorgte dann noch der Cheffe himself, der es sich nicht nehmen liess mich zu begutachten und mit einem begeisterten "beautiful" die Sache abzurunden. Geschniegelt und geschnagelt fuhren wir dann zum Apollo-Victoria-Theatre und wer Musical mag, sollte "Wicked" nicht verpassen. Ein wirklich sehr, sehr schöner Abend, den meine Füsse sicher noch lange im Gedächtnis behalten werden, wobei es schon seine Vorteile hat zeitweise ein bisschen größer zu sein.
Der nächste Tag wird sicher auch unvergessen bleiben, denn nach einigem hin und her hat es zu guter Letzt doch noch geklappt Michi im gar nicht mal so grauen London zu besuchen. Und was macht man wohl in London und trifft Mr. Whiskey/Beer? Ganz recht, man schlendert schwatzend durch London, besucht Kustausstellungen ohne darin befindliche Kunst und sucht, wie ich zugeben muß auf mein Drängen, das nächste nett aussehende Pub auf, um sich das erste halbkühle Bier dieses Tages schmecken zu lassen. Ahhhhh lecker! Nebenbei erfährt man, das Bier nicht gleich Bier ist und Pils mal überhaupt nix mit Ale zutun hat, was ober-und untergehrig bedeutet und welches des köstlichen Gebräus mehr oder weniger gehopft ist.
Und damit sich das Bier nicht so alleine fühlt, legten wir anschliessend auf einem wunderschönen kleinen Markt irgendwo unter Bahnschienen einen kleinen Stop ein und meine Abneigung vor englischen sausages legte sich augenblicklich als ich in eben eine solche biss. Wunder gibt es eben immer wieder. Aber Mich wäre nicht Michi wenn wir nicht anschliessend noch in einem befreundeten Whiskeyladen vorbeigeschaut hätten und uns dort ein, zwei Gläschen munden ließen. Bewaffnet mit jede menge Nüsschen machten wir uns dann auf den Weg zur Hauptattraktion des heutigen Tages: GREAT BRITISH BEER FESTIVAL!Was soll man schon über eine Verbraucher Biermesse schreiben? Sowas hab ich noch nicht gesehen! Sensationell, tausend verschiedene Biere in kleinen Fässchen lauter betrunkene aber dafür extrem höfliche Säufer und, was mich besonders beeindruckt hat, eine Schlange vor dem Männerklo während frau locker, lessig auf die Damentoilette spazieren konnte. Ehrlich gesagt habe ich den Überblick verloren, wie viele und was für Sorten ich probiert habe, aber das Ingwerbier war köstlich. Der Tag neigte sich schließlich seinem Ende zu und Michi und ich kamen zu dem Schluss, (wie sollte es anders sein) dass wir diesen am besten in einem Pub beschließen sollten. Dort trafen wir später noch Michis Schwester Petra und ich sag nur prost und merci lieber Michi, für diesen wicked (hihihi) Tag!


Donnerstag, 7. August 2008

Bridezilla auf Malle


Hoch stand die Sonne und brannte erbarmungslos auf des Deutschen Lieblingsinsel nieder, als wir erschöpft nach einem Rekord Dreigängemenü in nur 50 Minuten aus dem Flieger stiegen. Irgendetwas lag in der Luft, etwas Sonderbares, etwas Undefiniertes. Selbst der Cheffe schaute sich nervös um und trieb uns zur Eile an. Kaum ein Mensch auf der Straße, alles totenstill. Wo waren sie denn nur alle? Nicht ein einziger Sangriaschlürfendereimerträger war zu sehen. Was ist geschehen? Angekommen im Hotel fiel mein Blick auf die ausliegenden Bild-Zeitungen und es wurde mir schlagartig klar, was alle Menschen auf Malle in Angst und Schrecken versetzte: BRIDEZILLA IN BARCELONA GESICHTET-Wissenschaftler vermuten Übersiedlung auf Mallorca! Ahhhhhhhhrrrrrr, voller Panik verbarikardierte ich mich in mein Hotelzimmerchen und wagte kaum zu atmen, als ich plötzlich aus dem Nichts Schritte den Flur entlanglaufend hörte, welches ein lautes Knurren und Grollen begleitete, das mir sonderbarerweise bekannt vorkam. Näher und näher kam das Knurren und stoppte direkt auf Höhe meines Zimmers. Na großartig , dachte ich jetzt ist alles aus, schluss mit dem netten Leben beim Cheffe, nix mehr mit lustigem Rumreisen im Privatjet und was wird denn nur aus Yallah, Rippsche und Kraut(i)? Harsches Klopfen an meiner Tür, riss mich aus meinen Gedanken und wie ferngesteuert lief ich zur Tür und öffnete.......ESTHER?!
Sensationell, es hat endlich geklappt, dass mich einer mal in meiner unrealistischen Zeitblase besuchen kommt. Und da stand sie dann die Bridezilla-Esther mit Kohldampf mitten auf Malle in meinem Hotelzimmer. Wie toll das war, brauch ich sicher nicht zu beschreiben. Die folgenden drei Tage standen ganz im Zeichen von Schuhen, Blasen an den Füßen, Rotwein und der Überlegung: gegenwärtige Weichenstellungen in naher Zukunft mit Hühnern oder lieber doch im Stadtgeschehen, deren Tragweite nicht in diesen Tagen ausdiskutiert werden konnte. Dies kompensierten wir allerdings mit einem 8 stündigen Marathon durch alle Schuhgeschäfte in Palma und gönnten später unseren armen geschundenen Füßen (vielmehr meinen, den als ich anfing über meine Blasen an den Füssen zu murren, war Bridezillas Antwort: "Jammer nicht, da musste durch") im fantastischen Spa des Hotels die nötige Erholung. Und dann war sie auch schon wieder weg und nur ein paar Krümel erinnerten noch an sie.... Salut und merci liebe Esther, das waren die lustigsten drei Tage seit langem.

Samstag, 26. Juli 2008

Cannes is fun!


Zurück in der Stadt mit dem größten Laufsteg der Welt. Der auf dem sich die Reichen und Schönen das ganze Jahr munter präsentieren und vor allem gesehen werden wollen. Hat fast schon ein bisschen was exhibitionistisches auf der La Croisette, wobei einiges auch durchaus amüsant erscheint. Das liegt natürlich im Auge des Betrachters und manchmal kann man sich gar nicht so sicher sein, ob die vorbei wandelnden Menschen es wirklich ernst mit ihrem Auftreten meinen.
Ansonsten hat sich kaum was verändert seit letztem Jahr, bis wahrscheinlich auf die Mode...aber da hab ich ja keinen richtigen Blick für. Allerdings ist Rosa in. Der modebewusste Mann hüllt sich in Rosa und zeigt Brusthaar. Die Damen dagegen stöckeln weiter wie eh und jeh-allerdings trägt man dieses Jahr verstärkt Hund: an der Leine, im Täschchen oder auf dem Arm. Meine Güte, was hätten Yallah und ich gut ins Bild gepasst. Auch dümpeln mehr Yachten in der Bucht als letztes mal und die Begeisterung sich vor teuren Autos fotografieren zu lassen ist meiner Meinung nach kollosal gestiegen. Fast wäre es mir gelungen gleich drei Autofreaks gleichzeitig zu knipsen, als diese alle das selbe Auto fotografieren wollten. Diese Auswahl aber auch, an den teuersten Schlitten, scheint es auch nur hier zu geben. Und so bekam ich auf Grund von einem Automangel, einen fetten Benz mit einem adrett gekleideten Fahrer für einige Tage zur Verfügung gestellt, der mich hübsch durch Cannes kutschierte. Nicht schlecht für eine Mädel ohne Gucci-Dress und Chanell Handtäschchen, denn so manches Augenpaar vor dem Hotel verfolgten etwas argwöhnisch die Situation und dachten sich bestimmt ihren Teil. Offensichtlich hatte der Cheffe seine Spendierhosen an, und an einem Abend lud er mich auf ein Bier in seinem lieblings Restaurant ein. Natürlich war er nicht persönlich anwesend, aber er ließ reservieren und zahlte. Sehr nett oder. Man kommt, speist und geht ohne zu zahlen. Am nächsten Tag ließ er sich dann ganz genau erzählen was wir gegessen haben und ob wir auch hoffentlich französische Spezialitäten bestellt hätten, was sich als durchaus schwierig erwies, da es ein italienisches Restaurant war. Aber man kann sich ja auch nicht alles merken. In der übrigen Zeit habe ich mich mit Exclusiv-Shopping beschäftigt. Eine wunderbarer Zeitvertreib, bei dem man in die teuersten Geschäfte geht und seine Füßchen in 700€ Schuhe steckt und dazu die neuste Kollektion von Dings und Bums anprobiert. Es ist erstaunlich wie viel Geld man am Körper tragen kann und wie grauenhaft die Sachen teilweise aussehen-und das sage ich ganz ohne Neid. Trotzdem sollte man Cannes mal gesehen haben, zumindest einen Tag lang, nur aufpassen beim Strassen überqueren, denn meiner Meinung nach werden hier sicher statistisch gesehen die meisten Unfälle mit Beteiligung von Porschefahrern verzeichnet.

Dienstag, 8. Juli 2008

Halbzeit...


... denn ein Jahr ist rum und der aufmerksame Leser wird sich sicher schon fragen, wo ich den geblieben bin. Die Antwort ist ganz einfach, ich bin immer noch hier und ganz offiziell habe ich noch ein Jahr verlängert. Irgendwie dachte ich, es wäre doch schade so eine Traumjob jetzt schon sausen zu lassen. Und das habe ich bis jetzt gelernt:
1)Wie wichtig einem die Menschen zu hause sind und wie gut es ist immer mal wieder einen kurzen Abstecher nach Frankfurt zu machen
2) Im Privatflugzeug zu fliegen macht schon mehr Spaß als sich in die Economy-Class zu quetschen.
3) Englisch, oder auch Tagarabdenglisch, eine Mischform aus Arabisch, Tagallo, Englisch und Deutsch.
4) Wie aufgeschmissen man ist, wenn das Internet nicht mehr funktioniert.
5) In arabischen Ländern ticken die Uhren eindeutig anders.
6) Saudi ist zwar eine spaßfreie Zone, aber es geht, wenn man mit den richtigen Leuten zu tun hat.
7) Yallah und inshala sind die meist gebrauchten Worte in der arabischen Welt.
8) Zu reisen und gleichzeitig zu arbeiten, ist eine feine Sache.
9) Im Sommer kann man in Riad ein Ei auf der Strasse backen.
10) Das ich längst noch nicht genug gelernt habe.